Montag, 5. März 2018

Der Rüssel gehört hinter ausreichend Frottee

Die Welt ist eben manchmal doch ein wunderschöner Ort und manchmal eben nur, weil der Bademantel groß genug ist.
Lassen Sie mich aber vorne anfangen, sagen wir es so: „Mein Körper wartet noch auf Männerpflegeprodukte aus den Hause Dove und der dazu gehörende Werbekampagne“ oder: „Natürlich passt mein Konfirmationsanzug noch, ich kann ihn aber leider nicht finden, um es zu beweisen“
Konsequenz davon ist, ich benötige einen Bademantel, der die Buchstabenkombination „XL“ verdient oder ein „XXL“ sein eigen nennt.
Leider muss ich oft erleben, dass das XL im Bademantel max. in Italien einen Mann vollständig bekleiden würde, ich selbst sehe darin aber aus wie ein Jungelefant kurz vor der Fütterung. 
Das dies indiskutabel ist, versteht sich von selbst, nicht erst seit der MeToo Debatte. 
In diesem Licht betrachtet ist ein passender, weil ausreichend großer, Bademantel für mich ein Grund zur ausgelassenen Freude und selbstbestimmtem Leben. Ich kann damit nun im Hotel meinen Weg zum Nass-Heiß-Bereich machen, ohne Gefahr zu laufen wegen Erregung öffentlicher Ärgers verhaftet zu werden. In ganz seltenen Momenten, ein solcher hat mich zum Schreiben dieses Textes gezwungen, ist der Mantel so gut passend, dass selbst ich nicht umher komme, die Ärmel umzukrempeln. Welch eine Genugtuung! In diesen Momenten weiß ich dann: Ich bin doch kein Monstrum, dessen Arme wiedernatürlich lang sind und eigentlich permanent über den Boden schleifen müssten.


Denken Sie also bei nächsten Besuch im Zoo an mich. Füttern Sie nicht die Elefanten und freuen sich mit mir über passende Kleidung.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Berlin : jedes Kaff in der Tundra hat mehr Leben


Als die Inuit in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit den "Weißen" in Kontakt kamen, begannen sie als Volk und Kultur zu sterben. Ein Gift von vielen das die Weißen mitbrachten, war die Zeit. Inuit kennen zwar mehr als 20 Arten von Schnee, aber sie kannten nicht den Begriff der Zeit. Wir haben ihnen beigebracht das es Zeit gibt, und was noch schlimmer ist, das es nützliche und unnütze Zeit gibt.

Wer eine Studie über unnütze Zeit machen will sollte nach Berlin kommen. Nirgendwo habe ich so viele Menschen gesehen die Dingen hinterherlaufen die nichts mit Leben zu tun haben.
Viel schlimmer: sie laufen sich selbst hinterher während sie sind als lebende Chlichès durch eine hässliche Stadt bewegen. 

Das Unglück teilt sich in zwei Gruppen: Touristen und Menschen die sich für Ureinwohner halten.

Touristen sind überall gleich unangenehm, sie blöken überlaut und affektiert in der Öffentlichkeit, und betrachten alles mit dem Blick mit dem sie auch Insekten im Zoo betrachten.

Zum Glück können Sie mit Flach-Fotoapparaten 20 Bilder pro Minute machen, sonst müssten Sie die Ureinwohner und Brandenburger Tore mit Tesafilm oder Nadeln fixiert, in Ihre Tagebücher einsortieren.
Die, die es nicht besser wussten oder sogar mit Vorsatz in Berlin leben, sind von vielen Dingen gesteuert und geleitet, aber nicht von einem lebenswertem Leben. Natürlich wissen Sie immer und jederzeit was angesagt ist, wo noch ein Loch im Körper fehlt und wo es die beste Bartwixe gibt.
Ein gutes Beispiel für Berlin-Zombies sind Eltern mit Zubehör-Kindern. Die Kinder die nicht Ihre Tagesdosis Ritalin im veganen Chiasamen-Shake hatten benehmen sich entsprechend, und reißen sich in Ermangelung von morschen Bäumen gegenseitig die Haare aus.

Heute sah ich ein Mädchen im Vorschulalter das im Gespräch mit Ihre Art-Deko-Mutter mehrfach das Wort "Ernsthaft" benutzte. Wieso kennt ein Kind dieses Wort überhaupt? Wird es auf ein Leben mit toten Augen vorbereitet ?

Leben ist das nicht in Berlin, zum einen wegen der Zeit, dem Gift an dem auch wir langsam zu Grunde gehen. Zum anderen weil Leben nicht eine Hülle ist, die sich im Takt der Moden neu beklebt. Heute Yogalehrer, morgen Hipster, übermorgen "irgendwas mit Medien" - dazwischen Heilpraktik mit Globuli und Lichttherapie für besseren Stuhlgang.

Ich halte es da mit Hans Dieter Hüsch : "Ich habe die Tiefe der Oberfläche entdeckt"


In Berlin gibt es zwar Oberflächen auf Menschen und auf Gebäuden, aber Tiefe sehe ich hier nicht.
Wer gelernt hat zu leben, hat auch keine Angst vor dem Tot - klingt komisch, ist aber so.
Berlin hat soviel Angst vor dem Tot, dass es regelrecht nach Angst stinkt.  

 


 

PS: wie immer tragen Orte und Personen in meiner Kolumne  nicht ihre echten Namen.
PPS: Warum? Ich möchte nicht von Jogalehrern verdroschen werden.

 

Mittwoch, 3. August 2016

Alleine auf der Welt?

Sind Sie auch eine der bedauernswerten Kreaturen auf unserem Planeten die ganz alleine sind?
Gibt es Ihnen ein Wohlgefühl überall und immer ohne Rücksicht auf andere Menschen genau das zu tun was Ihren gerade in den Kram passt?

Wenn ja, dann möchte ich Ihnen gratulieren, Sie haben die Schwelle zum instinktfreien Menschen ohne jegliche Hemmung überschritten.

Nicht sicher ob Sie schon alleine auf der Welt sind?
Beantworten Sie sich diese einfachen Fragen. Falls Sie mehr als drei Fragen mit JA beantworten können haben Sie es geschafft, Sie haben sich erfolgreich aus der Gemeinschaft der Menschheit gelöst und sind jetzt völlig alleine auf der Welt.

- Quatschen Sie unaufhörlich in der Sauna ?
- Mogeln Sie in Warteschlangen auch wenn Sie keine Zeitnot haben?
- Fahren Sie mit dem Auto in Spielstraßen schneller als 20km ?
- Fahren Sie einen SUV sind aber kein Förster oder Großwildjäger ?
- Reden Sie immer lauter als notwendig ?
- Reisen Sie an Orte oder Länder wo 1000 Meter weiter rechts oder links von Ihrer Pool-Liege Kinder verhungern ?
- Ist es Ihnen im Urlaubsland scheißegal ob Minderheiten und Journalisten eingesperrt werden solange Sie eine 5€-Flatrate an der Bar haben?
- Rauchen Sie in Gegenwart von Kindern?


Sonntag, 31. März 2013

Mittwoch, 13. März 2013

Ich mache Schluss - Teil 1

... mit all Ihren lieb gewordenen Vorurteilen und Clichés

1. Aufbauanleitungen von IKEA sind unverständlich.

Das ist einfach nur Quatsch
und maßlos übertrieben. Vielmehr gelingt es den Gestaltern der Elchmaffia sehr gut den Schwachsinn den die von niemanden gewählten und endgelagerten Europapolitiker verbockt haben, zu umschiffen.
Die Politikdarsteller in Europa schreiben nämlich vor, das alle Anleitungen in der Landessprache geschrieben sein müssen. Früher genügte Englisch und Spanisch um 98 % der Menschen die überhaupt die Kaufkraft für einen Intimrasierer haben, dessen unfallfreie Benutzung klar zu machen.

Heute sind diese Anleitungen in 30 Sprachen auf Bibelpapier gedruckt und erfreuen in erster Linie nur die Müllverbrennung in Stapelfeld mit ihren Brennwerten.
Gelesen werden Sie ja doch nicht.

Doch zurück zum lustigen, bärtigen und darum männlichen Inbusschlüssel.

Genau so einfach wie die Möbel
sind auch die Anleitungen.
Im Grunde sind daher überhaupt
keine zum Aufbau notwendig.
Wer nicht weiß das eine Schrankrückwand vor Aufsetzen des Deckels eingesetzt werden muss, sollte lieber wieder an seinem Aktienportfolio arbeiten und auf fallenden Schweinebäuche setzen.

Das einzige was ich mit zum
Aufbauen von IKEA Möbeln bereitlege ist ein Paket Beschleunigungsbier und eine Adernpresse.


Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spass mit Ihren Vorurteilen.

Mittwoch, 12. September 2012

Mein soziales Umfeld hat versagt

Oh, Schock und schwere Not. Gestern vor einem Hotelschminkspiegel habe ich es entdeckt, ein Haar.
Nichts besonderes werden Sie denken, bin ich doch bekannt für meinen gesunden und üppigen Haarwuchs.
Das Erschreckende war die Körperstelle an der ich das Haar entdecken musste. Es war am oberen Rand meiner rechten Ohrmuschel!
Dort wuchs es wahrscheinlich in aller Ruhe zu einer stattlichen Länge von ca. 4cm und war dank seiner weißen Färbung für alle Menschen gut sichtbar.
Genau das macht mich rasend, da ist also über Wochen ein Haar am Ohr gewesen und NIEMAND hat mich darauf hingewiesen. Ich frage mich warum, habe ich nicht immer durch geradezu überdeutlich bewiesen das meine Lebensmaxime die Ehrlichkeit und Offenheit ist? Diese meine Kolumne ist doch ein klarer Beweis dafür.
Das Haar ist jetzt tief im Papierkorb des Hotelbades, mein soziales Umfeld ist jetzt tief in meiner Hochachtung gefallen. Ich weiß nicht wie ich wieder meinen sogenannten "Freunden" nähern kann, muss ich doch davon ausgehen das sich nicht wenige von ihnen an mir sozial vergangen haben, indem sie das Haar unausgesprochen weiter wachsen haben lassen.

Raus mit der Sprache, gibt es da noch mehr Haare an Stellen die mir nicht einsichtig sind?

Freitag, 10. Februar 2012

Schmäh und Schnauze

Welche Art von Urlaub bevorzugen Sie? Möchten Sie am Urlaubsort überfreundlich und dem Anschein nach zuvorkommend behandelt werden?

Wenn ja dann meiden Sie bitte Wien und Berlin.

Sollten Sie allerdings so wie ich ehrliche Menschen und echte Gefühle bevorzugen, dann sind Sie an Wien und Spree richtig angekommen.


Dienstleistungsberufe sind schwere Berufe, der dauernde Kontakt mit Menschen aus unterschiedlichsten Schichten und weit auseinanderklaffenden Stimmungslagen führt nicht selten zum Rückzug in das eigene Schneckenhaus.

Natürlich sind Wien und Berlin nicht abonniert auf Menschen deren Ausdruckshorizont tief im Schneckenhaus zu suchen wäre, aber eben dort lassen sich ohne große Mühe sehr viele dieser zu Unrecht gemiedenen Spezies finden.


Wenn Sie beim Taxi fahren in Berlin an einen echten Preußen geraten können Sie ihn erleben, den lauernden Intellekt der stets bereit ist eine dahingesagt Floskel oder eine Mutmaßung in der Luft zu zerreißen. Der Volksmund nennt diesen Mechanismus „Berliner Schnauze“ Ich find es großartig wie diese Menschen immer und jederzeit ihren Gefühlen freien Auslauf gestatten. Ich denke Magengeschwüre verursacht durch Verkapselung von verschluckter Wut gibt es in Berlin deutlich weniger.


Im schönen Wien, wo ich immer leise das Spiel einer Zitter höre, ist der „Schmäh“ zu Hause. Es gibt viele Herleitungen und Deutungen, mir gefällt besonders der Wesenszug der Granteligkeit, also der Menschenfeindlichkeit. Um sich zu „umgranteln“ empfehle ich Ihnen den Besuch eines möglichst alten Kaffeehauses zB. das Bräunerhof oder das Central (es gibt übrigens über 1000 Kaffeehäuser in Wien). Angekommen im Kaffeehaus kann es passieren, dass Sie zunächst überhaupt nicht beachtet werden, dies gehört bereits zum besonderen Service der Belegschaft. Nehmen Sie sich einfach eine Zeitung oder ein Magazin und beginnen zu lesen. Wenn Sie dann beachtet werden, seinen Sie bitte kurz, präzise und verbindlich bei der Aufgabe Ihrer Wünsche. Haben Sie diese Hürde genommen können Sie sich an Ihrem Braunen, Biedermeier, Einspänner, Fiaker oder Schalerl erfreuen und stundenlang Ihre Ruhe haben. Ein Wiener Kaffeehaus ist genau das Gegenteil einer „ToGo“ Gastronomie.


Sie haben wie immer die Wahl, lassen Sie sich mit amerikanisierten Verkaufsfloskeln hirnwaschen oder bleiben Sie Mensch und erlauben es eben auch dem Servicepersonal Mensch zu bleiben.


Samstag, 14. Januar 2012

Heißgetränke und andere Sinnestäuschungen

Hallo zusammen,
trinken Sie gerne Kaffee, oder geben Sie mit der Wahl Ihres Heißgetränkes lieber ein kulturelles Statement ab? Na klar tun Sie das, denn jedes Modegetränk verändert unsere Heißgetränkkultur.

In unserem aufgeregten Deutschland ist sog. Filterkaffee das historische Heißgetränk der Ureinwohner, nicht anderes, und das seit 1573.

Sehr lange blieben uns Kaffeemischgetränke mit teilweise dominanten Milchanteilen erspart. Diese Heißgetränke mit Migrationshintergrund versuchen nicht selten hinter Firlefanz wie Schaum, Sirup, Kakaopulver und eben Milch heimtückisch die Kaffeeseele zu erwürgen. Das Schlimmste ist, das der Mord auch gelingt.

Dabei ist es doch der Kaffee dem unsere Ehrfurcht gelten sollte, jenes tiefschwarze Edelgetränk das perfekt zu einer Welt von belesenen, aufgeklärten und liebenswerten Menschen passt.

Ich möchte es Ihnen direkt und schonungslos in Ihr mit Milchschaum verschmiertes Gesicht sagen: Kaffee ist die Essenz des Guten, jede Zutat wie Zucker oder Milch ist ein Fehler, ja eine Lästerung an der Kaffeebohne.

Schmeckt Ihnen Kaffee nur mit Zucker oder Milch? Dann ist Kaffee nicht das Getränk für Sie, trinken Sie Tee oder heiße Möbelpolitur.

Sind Sie ein Kaffeetrinker (Bedingungen siehe oben) sind Sie auch automatisch qualifiziert für ein anderes Heißgetränk, dem Espresso.
Espresso ist die Essenz der Essenz des Kaffees, und bedarf daher ebenfalls keinerlei Zutaten. Beobachten Sie einmal echte Espressotrinker, Italiener. Niemand wird sich Zucker in den Espresso tun, max. wird eine Priese Zucker durch das Getränk gerieselt, nicht mehr.

Mögen Sie Espresso nur mit Zucker, dann ist Espresso nicht das Getränk für Sie, trinken Sie Red Bull oder Jägermeister und erbrechen danach in einer Rasthaustoilette.

Dann gibt es da noch Cappuchino, eindeutig ein Zwitter zwischen Kulturgetränk und Badezusatz. Wenn Sie mir versprechen ihn nur heimlich und NIE nach 11:00 morgens zu trinken, kann ich das dulden.

So, und wer von Ihnen hat nun die größte Latte?

Dienstag, 25. Oktober 2011

Runter kommen wir alle

Ich durfte gerade wieder einmal fliegen. Wie immer sind mir Dinge aufgefallen die ich mit ihnen teilen möchte.

Die Katastrophe beginnt beim Eintreffen am Flughafen. Mittlerweile hat ja jede Buschfluglinie elektronische Terminals statt Menschen denen man den Zettel des Reisebüros zeigen kann. Vielflieger haben es nach ein paar Jahren gelernt an den Kisten die begehrlichen Informationen einzugeben. Eichhörnchenfliegern jedoch wird es für alle Zeiten verborgen bleiben welche magischen Zeichen der Gott des Personalabbaus da von ihnen verlangt. Hier lassen sich interessante Gesichtsausdrücke studieren, so müssen Steinzeitmenschen ausgesehen haben, hätten Sie eine Lohnsteuererklärung ausfüllen müssen.

An der Fummelschleuse kommen dann weitere fehlende kognitive Fähigkeiten richtig schön zur Geltung. Trotz wiederholter Ermahnung und reichlich Schildern und Abbildungen fällt es sehr vielen Menschen schwer die sehr einfache Choreographie zu tanzen, die zum Abtrennen der Terrorristen von den Touristen dient. 

Wer sich als Tourist qualifiziert hat, die Terrorristen sind ja eh über die Seiteneingänge in den Flughafen gelangt, darf sich auf das Fluggerät freuen.

Hier werden weitere Charakterschwächen schamlos ans Licht befördert. Ich selbst wähle mit Bedacht einen Sitzplatz weit hinten am Heckgeschütz des Bombers. Also sollte ich gerne bei den ersten sein die das Wellblech betreten, oder jedenfalls sollten alle vor mir hohe Nummern auf ihren Zetteln haben. Aber weit gefehlt. Denn wer seine Hühnerkartons oder übergroßen Koffer unterbringen muss, meint das er dazu berechtigt ist den Gang systematisch mit Hebefiguren zu blockieren, am besten in Reihe 5-8. 

Auch Mitreisende mit kleinem Geschirr schaffen es durch die Aufführung von regelrechten Balletten für Begeisterung zu sorgen. Ich verstehe es sowieso nicht, Koffer lassen sich aufgeben. Das ist bequem, bedeutet nur Minuten Wartezeit und ist fast ohne Risiko. Die Chance auf Verlust ist geringer als die Wahrscheinlich auf einen Sechser beim Lotto.

Der nächste Knaller folgt kurz nach dem Erreichen der Flughöhe: die ersten wollen auf Toilette. Was ist das für eine Perversion die Menschen ohne Not auf Flugzeugtoiletten treibt? Achtung, ich spreche hier von Flügen unter zwei Stunden, da muss niemand wirklich dringend zur Toilette. Wenn doch, ist dringend ein Arzt- und nicht ein Flugzeugtoilettenbesuch angezeigt.

Auch erschreckend sind die Telefonisten. Am Gate, im Rüssel zum Bomber, im Bus zum Bomber, im Gang des Bombers, überall wird telefoniert. Super sind auch die "Null Info - Telefonate" denen ich zuhören durfte. "Hallo, ja wir sind gelandet, Du kannst das zwar auf der Anzeigetafel lesen, aber erst durch diesen Anruf kannst Du sicher sein das auch mein Schnatternaul mit gelandet ist" Es gibt auch eine neue Disziplin bei der "Ich bin wichtig Olympiade", das ist "Wer hat nach dem Landen mehr Anrufe auf der Schnackbox?"

Ich freue mich schon Heute auf meinen nächsten Flug.


P.S. Niederländisch ist eine total verrückte Sprache. Ich sage nur "Bromfiets = Mofa" :-)

Samstag, 20. August 2011

Publikum auf Prog-Festivals

Ich sitze gerade entspannt im Campingstuhl auf der Zappanale #22. Hier sind wir nun schon sehr viele Jahre, und fühlen uns jedes Mal noch mehr zu Hause und unter Freunden. Die Zappanalen sind eher kleine Festivals auf der Trapprennbahn Bad Doberan. Von den 10.000 Besuchern haben wir noch nie mehr als vielleicht 3.000 im Stück auf dem Gelände gesehen.
Wie der Name schon sagt, es geht um Musik von und in der Nähe von Frank Zappa, dem Multigenie den wir alle leider viel zu früh an den Krebs verloren haben.
Genauso progressiv wie die Musik ist, ist auch das Publikum, da sind 50 jährige Männer die mit ihren Söhnen "Kräuter"zigaretten rauchen oder andere die ihre original Tour-TShirts von Yes oder King Crimson aus den 70er auftragen.
Das Publikum ist total gemischt, da sind Leute im Sacko oder Kleid, andere im Batikshirt oder Ballonhose.
Seid Jahren frage ich mich was (wenn) die Leute arbeiten. Ich bin ja ein Mensch den so etwas interessiert.
Was arbeitet der Mann der sich ein F-Z auf den Kopf rasiert hat, oder was die Frau die oberschenkellange roten Stiefel anhat?
Haben Sie eine Idee?

Besonders gutes T-Shirt dieses Jahr: "Zacken 2011"

Mittwoch, 10. August 2011

Frauen sind anders - Teil 10 : Sommerschuhe

Das es unter den Menschen zwei total unterschiedliche Geschlechter gibt ist allgemein bekannt.
Das Eine Geschlecht ist extrovertiert, eitel und stets auf Stil bedacht.
Ich möchte hier jedoch wieder einmal die Frauen beleuchten, denn ich bin sicher Sie werden sich meiner Meinung anschließen, wenn ich behaupte, Frauen verdienen unser tief empfundenes Mitgefühl und unseren Trost.

Mitgefühl zu empfinden fällt mir besonders im Hochsommer leicht. Frauen leiden extrem unter Temperaturen von über 20 °C. Alles wird versucht, aber sie finden kaum Möglichkeiten zur Linderung ihrer Qualen. Voranging wird sich der Bekleidung entledigt, Bauch- und Ärmelfreie Oberteile, Bund- und Beinfreie Hosen, sind nur der Anfang.

Da auch die Füße leiden, werden diese mit Hilfe von sogenannten „Sandalen“ einer max. Nacktheit zugeführt. Diese Nacktheit muss jedoch sehr teuer bezahlt werden. Nicht genug, das der Bewegung jede Art von Weiblichkeit genommen wird, es entstehen ferner auch fast unerträgliche Geräusche bei der Fortbewegung.
Die Kombination aus Ansaugen der Füße an der Unterlage und dem späteren Ablösen derselben ist in der restlichen Tierwelt komplett unbekannt und führt dort, genau wie bei mir, zum Auslösung des Fluchtinstinktes.

Dabei ist es doch gar nicht so schwer, das Alternativszenario geht stets 3 Schritte hinter den Saug-Platsch Sandalen her und befindet sich an den unteren Enden von Männerfüßen.
Bequeme und vor allem sichere Stiefeletten oder zur Not auch Halbschuhe oder zur allergrößten Not auch Turnschuhe. Stets ist der Mann gut zu Schuh, vor allem aber sicher und ohne die Geräusche von Tintenfischen, die auf der Kaimauer erschlagen werden, unterwegs.

Zum Thema bauchfrei möchte ich noch anmerken, das Freundinnen auf jeden Fall lügen wenn sie sagen: „Du willst doch eh’ noch 2 kg abnehmen, dann sitzt es perfekt“
In Wirklichkeit quälen sich nämlich mindestens 15 KG zu viel an die Öffentlichkeit.

Samstag, 2. Juli 2011

Ohne Bestuhlung

Bin gerade auf der Jazz Baltica in Salzau.
Beim Besuch der Dance Night fiel mir wieder auf wie asozial die Gattung Mensch doch ist, bzw. wie krank unsere Gesellschaft ist.
Die Dance Night ist "unbestuhlt" das bedeutet also das keine Stühle in der Scheune stehen.
Sie kennen die Situation sicher auch, Sie haben sich brav am Eingang angestellt und stehen nun an einer guten Position im Publikum. Doch bevor so richtig gute Stimmung aufkommen will, drängeln sich von hinten Leute durch die stehenden Zuschauer und wollen "schön weit nach vorne". Das ist im hohen Maße asozial denn dadurch werden die Abstände zwischen den bereits auf "Dunstkreisentfernung" stehenden Leute reduziert und viele fühlen sich beengt und in der Beweglichkeit reduziert.
Ich habe mir Heute diese Aktionen einmal genau angeschaut. Direkt in unsere Nähe kamen nacheinander mehrere Leute nach vorne durch, das ging nicht lange gut, denn vor uns standen Leute die sich das nicht gefallen lassen wollten. Kurz dachte ich es gäbe Prügel, so stark roch die Luft nach Benzin.
Nun, diese Unsitte sich ohne Platzrecht einfach nach vorne durchzudrängen zeigt mir überdeutlich wie tief der faulige Stachel eines schlechten Charakters im Fleisch unseres Zusammenlebens steckt. Ein Charakter der sich durch Angst, Hass und Privatfernsehen in fast allen Menschen verkapselt hat.
Angst im leben zu kurz zu kommen, Hass auf alle die mehr haben als wir selbst und ein Fernsehen das uns zu willenlosen Konsumenten in einer lenkbaren Masse macht.
Na dann viel Spass beim nach vorne durchdrängeln.



Dienstag, 24. Mai 2011

Betrüger im Zweireiher

Wirklich passiert:
Eine Bekannte hat beim Durchsehen ihrer Kontoauszüge eine unbekannte Abbuchung in Höhe von 290 € gefunden, und diese natürlich sofort bei der kontoführenden Bank reklamiert. Soweit, so gut. Die Bank versprach die Sache zu überprüfen. Dazu wurde eine "übliche Bearbeitungszeit" vom einer Woche genannt.
Bemerkenswert finde ich nun das Ergebnis der Ermittlungen:
Irgendwo in Deutschland wurde eine Überweisung ausgefüllt bei der eine falsche Bankleitzahl (BLZ) aufgeschrieben wurde. Durch dieses Versehen wies die Kontonummer also zusammen mit der falschen BLZ auf das Konto einer anderen Person, einer Person die allerdings nicht als Auftraggeberin auf der Überweisung stand. Trotzdem wurde die Überweisung ausgeführt.
Nach meinem Rechtsempfinden liegt hier eine grobe Sorgfaltspflichtverletzung vor, die ich als Betrugsversuch werte. Im oben beschriebenen Fall wurde der Fehler korrigiert, und das Geld kam zurück, garniert mit dem kessen Spruch, "das könne leider passieren"
Nun, wenn mir das passiert wäre, wäre die Geschichte hier noch nicht zu Ende, von mir würde es noch einiges zu lesen und zu hören geben.

Mustertext 1
Sehr geehrte XYZ Bank/Sparkassen, es freut mich sehr zu sehen das Sie mit der gleichen Sorgfalt Überweisungen bearbeiten mit der Sie auch Geldanlageempfehlungen aussprechen.

Mustertext 2
Für mich stellt sich der Vorgang als versuchter Betrug dar, darum habe ich den Vorgang meinem Anwalt übergeben, und behalte mir rechtliche Schritte vor, Stichwort "verletzte Sorgfaltspflicht"

Mustertext 3
Wie stellen Sie sich die Kompensation für Ihre Fehlleistung vor? Glauben Sie nicht Sie können mich mit einem Plastiksparschwein stumm schalten.


Also: es muss nicht immer ein skandinavischer Mörderkrimi sein, manchmal ist auch der Kontoauszug sehr spannend.



Samstag, 21. Mai 2011

Traummänner

Hamburg, Deichtorhallen: ein Tatsachenbericht.
Anlässlich der Fotoausstellung "Traummänner" konnte ich eine Verhaltensstudie machen, deren Ergebnisse ich hier exklusiv der breiten Öffentlichkeit präsentieren möchte.
Zusammen mit 2 Kollegen einer internationalen Kommission zur Wahrung der Männlichkeit, besuchte ich die Ausstellung. Gleich beim Betreten des Foyers wurden wir überrascht, Gruppen von Frauen stimmten sich auf die Ausstellung mit alkoholischen Getränken der Gattung "Schaumweine" ein.
In der Ausstellung Selbst ermittelten wir einen Frauenanteil von 99,3 %, weitere 0,5 % der Besucher hatten zwar primäre Geschlechtsmerkmale von Männern, waren aber durch Kleidung, Körpersprache und Gesichtsausdruck beim Betrachten der Bilder, eindeutig als "Verzauberte" zu erkennen.
Da standen wir also zwischen 99,8 % Weiblichkeit, 3 gestandene Männer im Breitcordsakko, Bundfaltenhose und mit Kugelschreiberset in der Brusttasche. Es könnte jetzt natürlich schnell der Verdacht aufkommen, das wir sehr schnell unseren wissenschaftlichen Auftrag vergaßen, und versuchten das Geschlechterverhältnis zu unseren Gunsten auszunutzen. Weit gefehlt, ersten sind wir dazu viel zu sehr Profi, und zweitens, hätte das wohl auch nie geklappt. Die Stimmung war extrem östrogenisiert, jeder Blick der auf uns fiel nahm überdeutlich Maß und taxierte uns bis in Innerste.
Nach einem schnellen Blick auf die Bilder verließen wir fluchtartig die Hallen und erholten uns bei einer KurriWurst.
„Selber Schuld“ werden Sie sagen, und Sie haben natürlich recht. Bei einer Vorstellung der Chippendales würden wir uns ja auch nicht ins Publikum setzten.

Sonntag, 17. April 2011

Tanzen kann eine sehr schöne Sache sein, Teil 2

Ersten Teil verpasst? LINK

Frisch vom Baltic Soul Weekender zurück möchte ich ein paar Regeln für ein geselliges Miteinander im Bereich des Gemeinschaftstanzens postulieren. Es mag zwar sehr deutsch klingen, aber ohne ein paar Grundregeln geht es nicht.
Wer anderer Meinung ist, bewegt sind entweder nie unter 2 Promille in den entsprechenden Etablissements oder ist jemand der mit dem D-Zug durch die Tanzetikette gefahren ist.

Regel 1:
Die Tanzfläche ist zum Tanzen da. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Es wird doof rumgestanden, getrunken oder gebrüllt.

Regel 2:
Der Tanzboden ist keine Sielfläche. Direkt nach Eröffnung stürmen die ersten Frühbetrunkenen auf die Tanzfläche und verteilen vorzugsweise klebrige Getränke. Nachfolgende werden nachhaltig in ihrer Bewegungsfähigkeit behindert. In Extremfällen kann es zu Drehbrücken durch festgeklebte Schuhe führen.

Regel 3:
Öffentliche Veranstaltungen sind keine Schwinger-Parties
Paaren sich Alkoholkonsum, eine exhibitionistische Grundeinstellung und Reizüberflutung, kann es zu dramatischen Darstellungen von körperlichen Interaktionen kommen. Teilweise machen diese nicht einmal vor dem Austausch von Körperflüssigkeiten Halt.

Regel 4:
Die Tanzfläche ist keine Nahkampf- Trainingszone.
Leider gibt es viele Menschen denen eine Walldorf Erziehung erspart/verwehrt blieb/wurde. Sie haben kein Mitgefühl mit zeitgleich Anwesenden und schlagen daher ohne Rücksicht um sich.

Regel 5:
Ich bleibe besser zu Hause.

Mittwoch, 13. April 2011

Baumsterben geht auch anders

Es muss nicht immer die garstige Umweltverschmutzung oder ein gemeingefährlicher Mörderpilz sein, um einem Baum den Garaus zu machen.
Es gibt eine Gruppe von Menschen, die mit Sprühdosen bewaffnet durch unsere Welt pirschen, um ahnungslosen Bäumen ihr Todesurteil in Form eines Farbpunktes auf das Fell zu brennen. Im Dosenhalfter stecken rechts die rote Dose, links steckt normalerweise die grüne. Seit der sogenannten Liebesparade 2010 jedoch stecken immer öfter zwei rote Dosen im Halfter des Wald-Sheriffs. Warum? Nun, die rote Dose bedeutet Sicherheit und Reichtum, die grüne lediglich Erholung, Sauerstoff und Lebensraum. Ein rot gebrandmarkter Baum zeigt dem Wald-Schnitter an, dass er seine Säge an ihm ansetzten soll.
Steht der Delinquent irgendwo im Wald, soll sein Leib höchstbietend versteigert werden. Dazu ziehen ihn die unsensibelsten Maschinen der Welt quer durch den Wald und verwandeln diesen ganz nebenbei in ein Trümmerfeld. Bei dieser sogenannten Baum-Ernte wird dem Prinzip Natur das Prinzip Kapitalismus auf "eindrucksvolle" Weise vermittelt.
Der Sprühdosen-Sheriff hat jedoch noch mehr im Sinn. Steht ein Baum an einem Weg, und zeigt die Baum eine latente Absicht in den nächsten 50 Jahren auf den Weg zu stürzen, wird er mit dem roten Punkt des Todes markiert. Sie müssen sich den Wahn vorstellen, es bedarf einer vielfachen Unwahrscheinlichkeit, dass jemandem dieser Baum auf den Kopf fallen wird. Erstens gehen Sie nicht bei Windstärke 8 in den Wald, zweitens spielen Sie kein Lotto und drittens sind Sie sowieso gerade in Ägypten zum Tauchen.

Wie sehen eigentlich die Wälder in den US of A aus, hängt dort an jedem Baum ein Schild "Achtung, keine Haftung, falls Teile von mir oder mein Ganzes auf Ihren Privatbesitz inkl. Körper fallen" ?

Da fällt mir ein leicht verdrehter Satz von Konfuzius ein: Setze Deinen Feind unter einen Baum und warte, bis er ihm auf den Kopf fällt.

Sonntag, 3. April 2011

Sabberrand


Mir machen viele Dinge auf der Welt Sorgen und Angst, es gibt aber auch Dinge, die mich faszinieren. Ein Sachverhalt aus unserem täglichen Leben gehört dazu.
Warum können wir Menschen nicht aus Tassen oder Gläsern trinken ohne Sabberspuren zu hinterlassen? Ich kann die Frage auch anders stellen, warum hat die Forschung noch keine Gefäße erfunden die eine sabberfreie Entnahme von Flüssigkeiten ermöglichen?
Ich habe im Selbstversuch, durch konzentriertes Trinken von verschiedenen Flüssigkeiten aus verschiedene Behältern, untersucht welche Mechanismen für das Sabbern verantwortlich sind. Ist es die Gestaltung des Randes? Ist es die Form der Lippe? Ist es die Technik, mit der die Lippe vom Gefäß gelöst wird? Ist es der Absetzwinkel?
Den Selbstversuch musste ich jedoch nach vielen Tagen ohne großen Erkenntnisgewinn ergebnislos abbrechen.

Als zweite Stufe wählte ich die Naturbeobachtung. Wochenlang habe ich meinen Mitmenschen beim Trinken auf den Rand geschaut und dabei zum Teil wirklich menschliche Schicksale entdeckt. Es gibt offensichtlich Menschen die keinerlei Wert auf eine Sabberhygiene legen, und geradezu vollmundig beim Absetzen ihrer Trinkgefäße agieren.
Da ich keinerlei „wischenschaftliche“ Arbeiten zum Thema gefunden habe, bin ich auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Bitte unternehmen auch Sie Selbstversuche und teilen mir Ihre Ergebnisse mit. Können Sie eine Technik entwickeln zur Eingrenzung / Vermeidung von Sabberresten am Gefäßrand?
Bitte dokumentieren Sie Ihre Ergebnisse in Form von Bildern oder Videos, ich brauche diese für meine geplante Doktorarbeit mit dem Titel „Entwicklung einer Randhygiene zur Stabilisierung der Tischmoral im einundzwanzigsten Jahrhundert“

Aber keine Angst, ich strebe (noch) kein politisches Amt an.

Donnerstag, 24. März 2011

Es ist schön in der Provinz zu leben

Leider ist, es wie ich immer befürchtet habe, ich entwickle eine Großstadtallergie.
Es kann aber auch daran liegen, dass diese eine Straße in dieser einen Stadt komplett außerhalb der Statistik liegt.
Aber ehrlich gesagt, glaube ich das nicht.
Zum Einen ist es mir nicht gelungen, auf dieser doch langen und sehr belebten Straße eine Quelle für artgerechte Ernährung zu finden, sehr wohl aber 2 Solarien, 4 sogenannte Handygeschäfte, 3 Handygeschäfte, 3 Spielotheken, 3 Hotels, 2 Leihhäuser, 3 Drogerien, 1 Bestatter, 4 Friseure und andere nicht weiter interessante Immobilienbenutzer.
Natürlich gibt es auch zünftige Kneipen in denen es aber außer dem ortsüblichen extrem dünnlichen Bier, Essbares nur in Form von Feinstaubbelastung gibt. Dies wird dann fröhlich "Raucherclub" genannt.
Mein Fluchtinstinkt hat mich daher auch am zweiten Abend zu Joey Pizza getrieben, da gibt es auch Salat, gepriesen sei der große Kürbis.
Was nun die Insassen dieser Straße angeht, wurden auch hier meine Erwartungen weit übertroffen. Jugendliche die Baumarktdesigner für tragbar halten, und ihre Deppenkappe gekonnt mit einer Bauchgurttasche kombinieren. Haarschnitte auf der männlichen Seite irgendwo zwischen Papillion, Gulag und Fremdenlegion, sympathisch sieht anders aus. Das findet übrigens auch Herr Walz.
Auf der weiblichen Seite zwischen Showtreppe und unsichtbar.
Hände die nicht mit offen getragenen Fernsprechgeräten bestückt sind, werden als Bierflaschenhalter genutzt.
Auch den Ohren schnürt sich der Hals zu. Der Verkehrslärm ist das Eine. Geisteskranke LKW Mörder rasen mit 80 durch die Straße oder komplett Tiefergelegte schaben sich die Plaste an den Fahrbahnmarkierungen ab. Das Andere ist die verbale Verständigung zwischen den Menschen, ich dachte Esperanto klingt anders.

Morgen Abend bin ich wieder in Oldesloe, dann ist wieder alles gut. Dort gibt es zwar auch die oben beschriebenen Dinge, allerdings sind die in Oldesloe alle nur liebevoll inszeniert um dem verschlafenen Ort etwas Großstadtflair einzuhauchen.

Sie wollen wissen in welcher Stadt und Straße ich gerade sitze? - Kein Kommentar.

Samstag, 12. März 2011

Rumkugelbrötchen

Die aufmerksameren unter Ihnen haben sicherlich mitbekommen, dass meine Sozialisierung deutlich im letzten Jahrhundert stattfand. Oder anders ausgedrückt, ich bin älter als 23.

Kürzlich kam in meiner Facebook-Gemeinde das Thema Rumkugel und die Frage auf, ob sich die Essgewohnheiten der Schüler von heute von den meinen, aus den Jahren 1970-1980, unterscheiden.
Wir trugen damals unser Taschengeld zum Bäcker und tauschten es gegen Gummischnuller oder Rumkugel- bzw. Negerkuss-Brötchen (Anmerkung der Redaktion: für die Verwendung von politisch unkorrekten Begriffen ist der Autor selbst und alleine verantwortlich).
Ein Negerkuss-Brötchen war für den kleinen Hunger, die Rumkugelvariante für den großen magenausfüllenden Einsatz berechnet und hat auch immer zur vollen Zufriedenheit funktioniert. Schließlich waren die Rumkugeln damals noch viel größer oder waren wir kleiner?
Aus Sicht der Ernährungswissenschaft war diese Kost auch durchaus fortschrittlich, kein Fleisch, nur Fett und Kohlenhydrate. Es gab allerdings immer wieder Gerüchte, dass Mäuseschwänze in Rumkugeln gefunden wurden, aber das waren sicher nur urbane Legenden.
Es gibt also auch Wurzeln der Schnellesskultur bei uns in Deutschland, nicht alles Schlechte ist aus den US of A. Wir haben auch selbst viele Schlechtigkeiten zu bieten.

Wollen Sie mir erzählen, was Sie in Ihrer Schulzeit am liebsten gegessen haben? Sie können das in Form von Kommentaren hier gleich unter diesem Text tun.

Samstag, 5. März 2011

Hurra - Wir machen da Urlaub wo andere Krieg machen!

Geiz ist geil, wir sind geil, uns ist alles egal, was uns nicht direkt vor dem Gesicht hängt.
Wie könnte es sonst sein, dass es ein Land gibt, in dem seit 30 Jahren der Ausnahmezustand herrscht, es aber gleichzeitig ein sehr beliebtes Billigurlaubsland ist. Das muss wohl an den ulkigen Gebäuden liegen, die dort im Wüstensand rumliegen, da ist ja nun wirklich egal was rechts und links vom Touristenbus tagtäglich auf der Straße passiert.
Das gleiche gilt übrigens für Tunesien, dort wurde fleißig eine Diktatur unterstützt, weil es dort so schön warm ist und die Kinder so niedlich betteln können.

Ich kann Ihnen aber eigentlich gar keinen Vorwurf machen, schließlich stand es nicht im Farbprospekt von ALDI, dass in diesen Ländern Politikmarionetten vom Block der "besseren" Länder dieser Welt eingesetzt oder unterstützt werden, nur um den "bösen Islam" nicht wachsen zu lassen. Es wäre wirklich zu viel verlangt, sich einmal nicht nur aus RTL oder dem Schweinebauch der örtlichen Anzeigenblätter sein Weltbild abzuholen.

Haben Sie schon Ihren Urlaub gebucht? Schauen Sie einmal in diesen Amnesty Report 2010
Die Welt wird verdammt klein, wenn wir Menschen alles das wüssten, was nicht in der Gala oder der Bäckerblume steht.

Ich wünschen Ihnen viel Spaß im Urlaub.
Ganz nebenbei bemerkt, im Harz ist es auch sehr schön. Dort gibt es auch (noch) überall ALDI und Mc Donald. Doch wenn wir so weiter machen, versteppt der Harz zu einem aus der Mode gekommenen Hubbel in der Landschaft.