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Montag, 5. März 2018

Der Rüssel gehört hinter ausreichend Frottee

Die Welt ist eben manchmal doch ein wunderschöner Ort und manchmal eben nur, weil der Bademantel groß genug ist.
Lassen Sie mich aber vorne anfangen, sagen wir es so: „Mein Körper wartet noch auf Männerpflegeprodukte aus den Hause Dove und der dazu gehörende Werbekampagne“ oder: „Natürlich passt mein Konfirmationsanzug noch, ich kann ihn aber leider nicht finden, um es zu beweisen“
Konsequenz davon ist, ich benötige einen Bademantel, der die Buchstabenkombination „XL“ verdient oder ein „XXL“ sein eigen nennt.
Leider muss ich oft erleben, dass das XL im Bademantel max. in Italien einen Mann vollständig bekleiden würde, ich selbst sehe darin aber aus wie ein Jungelefant kurz vor der Fütterung. 
Das dies indiskutabel ist, versteht sich von selbst, nicht erst seit der MeToo Debatte. 
In diesem Licht betrachtet ist ein passender, weil ausreichend großer, Bademantel für mich ein Grund zur ausgelassenen Freude und selbstbestimmtem Leben. Ich kann damit nun im Hotel meinen Weg zum Nass-Heiß-Bereich machen, ohne Gefahr zu laufen wegen Erregung öffentlicher Ärgers verhaftet zu werden. In ganz seltenen Momenten, ein solcher hat mich zum Schreiben dieses Textes gezwungen, ist der Mantel so gut passend, dass selbst ich nicht umher komme, die Ärmel umzukrempeln. Welch eine Genugtuung! In diesen Momenten weiß ich dann: Ich bin doch kein Monstrum, dessen Arme wiedernatürlich lang sind und eigentlich permanent über den Boden schleifen müssten.


Denken Sie also bei nächsten Besuch im Zoo an mich. Füttern Sie nicht die Elefanten und freuen sich mit mir über passende Kleidung.

Samstag, 14. Januar 2012

Heißgetränke und andere Sinnestäuschungen

Hallo zusammen,
trinken Sie gerne Kaffee, oder geben Sie mit der Wahl Ihres Heißgetränkes lieber ein kulturelles Statement ab? Na klar tun Sie das, denn jedes Modegetränk verändert unsere Heißgetränkkultur.

In unserem aufgeregten Deutschland ist sog. Filterkaffee das historische Heißgetränk der Ureinwohner, nicht anderes, und das seit 1573.

Sehr lange blieben uns Kaffeemischgetränke mit teilweise dominanten Milchanteilen erspart. Diese Heißgetränke mit Migrationshintergrund versuchen nicht selten hinter Firlefanz wie Schaum, Sirup, Kakaopulver und eben Milch heimtückisch die Kaffeeseele zu erwürgen. Das Schlimmste ist, das der Mord auch gelingt.

Dabei ist es doch der Kaffee dem unsere Ehrfurcht gelten sollte, jenes tiefschwarze Edelgetränk das perfekt zu einer Welt von belesenen, aufgeklärten und liebenswerten Menschen passt.

Ich möchte es Ihnen direkt und schonungslos in Ihr mit Milchschaum verschmiertes Gesicht sagen: Kaffee ist die Essenz des Guten, jede Zutat wie Zucker oder Milch ist ein Fehler, ja eine Lästerung an der Kaffeebohne.

Schmeckt Ihnen Kaffee nur mit Zucker oder Milch? Dann ist Kaffee nicht das Getränk für Sie, trinken Sie Tee oder heiße Möbelpolitur.

Sind Sie ein Kaffeetrinker (Bedingungen siehe oben) sind Sie auch automatisch qualifiziert für ein anderes Heißgetränk, dem Espresso.
Espresso ist die Essenz der Essenz des Kaffees, und bedarf daher ebenfalls keinerlei Zutaten. Beobachten Sie einmal echte Espressotrinker, Italiener. Niemand wird sich Zucker in den Espresso tun, max. wird eine Priese Zucker durch das Getränk gerieselt, nicht mehr.

Mögen Sie Espresso nur mit Zucker, dann ist Espresso nicht das Getränk für Sie, trinken Sie Red Bull oder Jägermeister und erbrechen danach in einer Rasthaustoilette.

Dann gibt es da noch Cappuchino, eindeutig ein Zwitter zwischen Kulturgetränk und Badezusatz. Wenn Sie mir versprechen ihn nur heimlich und NIE nach 11:00 morgens zu trinken, kann ich das dulden.

So, und wer von Ihnen hat nun die größte Latte?

Dienstag, 25. Oktober 2011

Runter kommen wir alle

Ich durfte gerade wieder einmal fliegen. Wie immer sind mir Dinge aufgefallen die ich mit ihnen teilen möchte.

Die Katastrophe beginnt beim Eintreffen am Flughafen. Mittlerweile hat ja jede Buschfluglinie elektronische Terminals statt Menschen denen man den Zettel des Reisebüros zeigen kann. Vielflieger haben es nach ein paar Jahren gelernt an den Kisten die begehrlichen Informationen einzugeben. Eichhörnchenfliegern jedoch wird es für alle Zeiten verborgen bleiben welche magischen Zeichen der Gott des Personalabbaus da von ihnen verlangt. Hier lassen sich interessante Gesichtsausdrücke studieren, so müssen Steinzeitmenschen ausgesehen haben, hätten Sie eine Lohnsteuererklärung ausfüllen müssen.

An der Fummelschleuse kommen dann weitere fehlende kognitive Fähigkeiten richtig schön zur Geltung. Trotz wiederholter Ermahnung und reichlich Schildern und Abbildungen fällt es sehr vielen Menschen schwer die sehr einfache Choreographie zu tanzen, die zum Abtrennen der Terrorristen von den Touristen dient. 

Wer sich als Tourist qualifiziert hat, die Terrorristen sind ja eh über die Seiteneingänge in den Flughafen gelangt, darf sich auf das Fluggerät freuen.

Hier werden weitere Charakterschwächen schamlos ans Licht befördert. Ich selbst wähle mit Bedacht einen Sitzplatz weit hinten am Heckgeschütz des Bombers. Also sollte ich gerne bei den ersten sein die das Wellblech betreten, oder jedenfalls sollten alle vor mir hohe Nummern auf ihren Zetteln haben. Aber weit gefehlt. Denn wer seine Hühnerkartons oder übergroßen Koffer unterbringen muss, meint das er dazu berechtigt ist den Gang systematisch mit Hebefiguren zu blockieren, am besten in Reihe 5-8. 

Auch Mitreisende mit kleinem Geschirr schaffen es durch die Aufführung von regelrechten Balletten für Begeisterung zu sorgen. Ich verstehe es sowieso nicht, Koffer lassen sich aufgeben. Das ist bequem, bedeutet nur Minuten Wartezeit und ist fast ohne Risiko. Die Chance auf Verlust ist geringer als die Wahrscheinlich auf einen Sechser beim Lotto.

Der nächste Knaller folgt kurz nach dem Erreichen der Flughöhe: die ersten wollen auf Toilette. Was ist das für eine Perversion die Menschen ohne Not auf Flugzeugtoiletten treibt? Achtung, ich spreche hier von Flügen unter zwei Stunden, da muss niemand wirklich dringend zur Toilette. Wenn doch, ist dringend ein Arzt- und nicht ein Flugzeugtoilettenbesuch angezeigt.

Auch erschreckend sind die Telefonisten. Am Gate, im Rüssel zum Bomber, im Bus zum Bomber, im Gang des Bombers, überall wird telefoniert. Super sind auch die "Null Info - Telefonate" denen ich zuhören durfte. "Hallo, ja wir sind gelandet, Du kannst das zwar auf der Anzeigetafel lesen, aber erst durch diesen Anruf kannst Du sicher sein das auch mein Schnatternaul mit gelandet ist" Es gibt auch eine neue Disziplin bei der "Ich bin wichtig Olympiade", das ist "Wer hat nach dem Landen mehr Anrufe auf der Schnackbox?"

Ich freue mich schon Heute auf meinen nächsten Flug.


P.S. Niederländisch ist eine total verrückte Sprache. Ich sage nur "Bromfiets = Mofa" :-)

Mittwoch, 10. August 2011

Frauen sind anders - Teil 10 : Sommerschuhe

Das es unter den Menschen zwei total unterschiedliche Geschlechter gibt ist allgemein bekannt.
Das Eine Geschlecht ist extrovertiert, eitel und stets auf Stil bedacht.
Ich möchte hier jedoch wieder einmal die Frauen beleuchten, denn ich bin sicher Sie werden sich meiner Meinung anschließen, wenn ich behaupte, Frauen verdienen unser tief empfundenes Mitgefühl und unseren Trost.

Mitgefühl zu empfinden fällt mir besonders im Hochsommer leicht. Frauen leiden extrem unter Temperaturen von über 20 °C. Alles wird versucht, aber sie finden kaum Möglichkeiten zur Linderung ihrer Qualen. Voranging wird sich der Bekleidung entledigt, Bauch- und Ärmelfreie Oberteile, Bund- und Beinfreie Hosen, sind nur der Anfang.

Da auch die Füße leiden, werden diese mit Hilfe von sogenannten „Sandalen“ einer max. Nacktheit zugeführt. Diese Nacktheit muss jedoch sehr teuer bezahlt werden. Nicht genug, das der Bewegung jede Art von Weiblichkeit genommen wird, es entstehen ferner auch fast unerträgliche Geräusche bei der Fortbewegung.
Die Kombination aus Ansaugen der Füße an der Unterlage und dem späteren Ablösen derselben ist in der restlichen Tierwelt komplett unbekannt und führt dort, genau wie bei mir, zum Auslösung des Fluchtinstinktes.

Dabei ist es doch gar nicht so schwer, das Alternativszenario geht stets 3 Schritte hinter den Saug-Platsch Sandalen her und befindet sich an den unteren Enden von Männerfüßen.
Bequeme und vor allem sichere Stiefeletten oder zur Not auch Halbschuhe oder zur allergrößten Not auch Turnschuhe. Stets ist der Mann gut zu Schuh, vor allem aber sicher und ohne die Geräusche von Tintenfischen, die auf der Kaimauer erschlagen werden, unterwegs.

Zum Thema bauchfrei möchte ich noch anmerken, das Freundinnen auf jeden Fall lügen wenn sie sagen: „Du willst doch eh’ noch 2 kg abnehmen, dann sitzt es perfekt“
In Wirklichkeit quälen sich nämlich mindestens 15 KG zu viel an die Öffentlichkeit.

Samstag, 2. Juli 2011

Ohne Bestuhlung

Bin gerade auf der Jazz Baltica in Salzau.
Beim Besuch der Dance Night fiel mir wieder auf wie asozial die Gattung Mensch doch ist, bzw. wie krank unsere Gesellschaft ist.
Die Dance Night ist "unbestuhlt" das bedeutet also das keine Stühle in der Scheune stehen.
Sie kennen die Situation sicher auch, Sie haben sich brav am Eingang angestellt und stehen nun an einer guten Position im Publikum. Doch bevor so richtig gute Stimmung aufkommen will, drängeln sich von hinten Leute durch die stehenden Zuschauer und wollen "schön weit nach vorne". Das ist im hohen Maße asozial denn dadurch werden die Abstände zwischen den bereits auf "Dunstkreisentfernung" stehenden Leute reduziert und viele fühlen sich beengt und in der Beweglichkeit reduziert.
Ich habe mir Heute diese Aktionen einmal genau angeschaut. Direkt in unsere Nähe kamen nacheinander mehrere Leute nach vorne durch, das ging nicht lange gut, denn vor uns standen Leute die sich das nicht gefallen lassen wollten. Kurz dachte ich es gäbe Prügel, so stark roch die Luft nach Benzin.
Nun, diese Unsitte sich ohne Platzrecht einfach nach vorne durchzudrängen zeigt mir überdeutlich wie tief der faulige Stachel eines schlechten Charakters im Fleisch unseres Zusammenlebens steckt. Ein Charakter der sich durch Angst, Hass und Privatfernsehen in fast allen Menschen verkapselt hat.
Angst im leben zu kurz zu kommen, Hass auf alle die mehr haben als wir selbst und ein Fernsehen das uns zu willenlosen Konsumenten in einer lenkbaren Masse macht.
Na dann viel Spass beim nach vorne durchdrängeln.



Dienstag, 24. Mai 2011

Betrüger im Zweireiher

Wirklich passiert:
Eine Bekannte hat beim Durchsehen ihrer Kontoauszüge eine unbekannte Abbuchung in Höhe von 290 € gefunden, und diese natürlich sofort bei der kontoführenden Bank reklamiert. Soweit, so gut. Die Bank versprach die Sache zu überprüfen. Dazu wurde eine "übliche Bearbeitungszeit" vom einer Woche genannt.
Bemerkenswert finde ich nun das Ergebnis der Ermittlungen:
Irgendwo in Deutschland wurde eine Überweisung ausgefüllt bei der eine falsche Bankleitzahl (BLZ) aufgeschrieben wurde. Durch dieses Versehen wies die Kontonummer also zusammen mit der falschen BLZ auf das Konto einer anderen Person, einer Person die allerdings nicht als Auftraggeberin auf der Überweisung stand. Trotzdem wurde die Überweisung ausgeführt.
Nach meinem Rechtsempfinden liegt hier eine grobe Sorgfaltspflichtverletzung vor, die ich als Betrugsversuch werte. Im oben beschriebenen Fall wurde der Fehler korrigiert, und das Geld kam zurück, garniert mit dem kessen Spruch, "das könne leider passieren"
Nun, wenn mir das passiert wäre, wäre die Geschichte hier noch nicht zu Ende, von mir würde es noch einiges zu lesen und zu hören geben.

Mustertext 1
Sehr geehrte XYZ Bank/Sparkassen, es freut mich sehr zu sehen das Sie mit der gleichen Sorgfalt Überweisungen bearbeiten mit der Sie auch Geldanlageempfehlungen aussprechen.

Mustertext 2
Für mich stellt sich der Vorgang als versuchter Betrug dar, darum habe ich den Vorgang meinem Anwalt übergeben, und behalte mir rechtliche Schritte vor, Stichwort "verletzte Sorgfaltspflicht"

Mustertext 3
Wie stellen Sie sich die Kompensation für Ihre Fehlleistung vor? Glauben Sie nicht Sie können mich mit einem Plastiksparschwein stumm schalten.


Also: es muss nicht immer ein skandinavischer Mörderkrimi sein, manchmal ist auch der Kontoauszug sehr spannend.



Samstag, 21. Mai 2011

Traummänner

Hamburg, Deichtorhallen: ein Tatsachenbericht.
Anlässlich der Fotoausstellung "Traummänner" konnte ich eine Verhaltensstudie machen, deren Ergebnisse ich hier exklusiv der breiten Öffentlichkeit präsentieren möchte.
Zusammen mit 2 Kollegen einer internationalen Kommission zur Wahrung der Männlichkeit, besuchte ich die Ausstellung. Gleich beim Betreten des Foyers wurden wir überrascht, Gruppen von Frauen stimmten sich auf die Ausstellung mit alkoholischen Getränken der Gattung "Schaumweine" ein.
In der Ausstellung Selbst ermittelten wir einen Frauenanteil von 99,3 %, weitere 0,5 % der Besucher hatten zwar primäre Geschlechtsmerkmale von Männern, waren aber durch Kleidung, Körpersprache und Gesichtsausdruck beim Betrachten der Bilder, eindeutig als "Verzauberte" zu erkennen.
Da standen wir also zwischen 99,8 % Weiblichkeit, 3 gestandene Männer im Breitcordsakko, Bundfaltenhose und mit Kugelschreiberset in der Brusttasche. Es könnte jetzt natürlich schnell der Verdacht aufkommen, das wir sehr schnell unseren wissenschaftlichen Auftrag vergaßen, und versuchten das Geschlechterverhältnis zu unseren Gunsten auszunutzen. Weit gefehlt, ersten sind wir dazu viel zu sehr Profi, und zweitens, hätte das wohl auch nie geklappt. Die Stimmung war extrem östrogenisiert, jeder Blick der auf uns fiel nahm überdeutlich Maß und taxierte uns bis in Innerste.
Nach einem schnellen Blick auf die Bilder verließen wir fluchtartig die Hallen und erholten uns bei einer KurriWurst.
„Selber Schuld“ werden Sie sagen, und Sie haben natürlich recht. Bei einer Vorstellung der Chippendales würden wir uns ja auch nicht ins Publikum setzten.

Sonntag, 17. April 2011

Tanzen kann eine sehr schöne Sache sein, Teil 2

Ersten Teil verpasst? LINK

Frisch vom Baltic Soul Weekender zurück möchte ich ein paar Regeln für ein geselliges Miteinander im Bereich des Gemeinschaftstanzens postulieren. Es mag zwar sehr deutsch klingen, aber ohne ein paar Grundregeln geht es nicht.
Wer anderer Meinung ist, bewegt sind entweder nie unter 2 Promille in den entsprechenden Etablissements oder ist jemand der mit dem D-Zug durch die Tanzetikette gefahren ist.

Regel 1:
Die Tanzfläche ist zum Tanzen da. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Es wird doof rumgestanden, getrunken oder gebrüllt.

Regel 2:
Der Tanzboden ist keine Sielfläche. Direkt nach Eröffnung stürmen die ersten Frühbetrunkenen auf die Tanzfläche und verteilen vorzugsweise klebrige Getränke. Nachfolgende werden nachhaltig in ihrer Bewegungsfähigkeit behindert. In Extremfällen kann es zu Drehbrücken durch festgeklebte Schuhe führen.

Regel 3:
Öffentliche Veranstaltungen sind keine Schwinger-Parties
Paaren sich Alkoholkonsum, eine exhibitionistische Grundeinstellung und Reizüberflutung, kann es zu dramatischen Darstellungen von körperlichen Interaktionen kommen. Teilweise machen diese nicht einmal vor dem Austausch von Körperflüssigkeiten Halt.

Regel 4:
Die Tanzfläche ist keine Nahkampf- Trainingszone.
Leider gibt es viele Menschen denen eine Walldorf Erziehung erspart/verwehrt blieb/wurde. Sie haben kein Mitgefühl mit zeitgleich Anwesenden und schlagen daher ohne Rücksicht um sich.

Regel 5:
Ich bleibe besser zu Hause.

Donnerstag, 24. März 2011

Es ist schön in der Provinz zu leben

Leider ist, es wie ich immer befürchtet habe, ich entwickle eine Großstadtallergie.
Es kann aber auch daran liegen, dass diese eine Straße in dieser einen Stadt komplett außerhalb der Statistik liegt.
Aber ehrlich gesagt, glaube ich das nicht.
Zum Einen ist es mir nicht gelungen, auf dieser doch langen und sehr belebten Straße eine Quelle für artgerechte Ernährung zu finden, sehr wohl aber 2 Solarien, 4 sogenannte Handygeschäfte, 3 Handygeschäfte, 3 Spielotheken, 3 Hotels, 2 Leihhäuser, 3 Drogerien, 1 Bestatter, 4 Friseure und andere nicht weiter interessante Immobilienbenutzer.
Natürlich gibt es auch zünftige Kneipen in denen es aber außer dem ortsüblichen extrem dünnlichen Bier, Essbares nur in Form von Feinstaubbelastung gibt. Dies wird dann fröhlich "Raucherclub" genannt.
Mein Fluchtinstinkt hat mich daher auch am zweiten Abend zu Joey Pizza getrieben, da gibt es auch Salat, gepriesen sei der große Kürbis.
Was nun die Insassen dieser Straße angeht, wurden auch hier meine Erwartungen weit übertroffen. Jugendliche die Baumarktdesigner für tragbar halten, und ihre Deppenkappe gekonnt mit einer Bauchgurttasche kombinieren. Haarschnitte auf der männlichen Seite irgendwo zwischen Papillion, Gulag und Fremdenlegion, sympathisch sieht anders aus. Das findet übrigens auch Herr Walz.
Auf der weiblichen Seite zwischen Showtreppe und unsichtbar.
Hände die nicht mit offen getragenen Fernsprechgeräten bestückt sind, werden als Bierflaschenhalter genutzt.
Auch den Ohren schnürt sich der Hals zu. Der Verkehrslärm ist das Eine. Geisteskranke LKW Mörder rasen mit 80 durch die Straße oder komplett Tiefergelegte schaben sich die Plaste an den Fahrbahnmarkierungen ab. Das Andere ist die verbale Verständigung zwischen den Menschen, ich dachte Esperanto klingt anders.

Morgen Abend bin ich wieder in Oldesloe, dann ist wieder alles gut. Dort gibt es zwar auch die oben beschriebenen Dinge, allerdings sind die in Oldesloe alle nur liebevoll inszeniert um dem verschlafenen Ort etwas Großstadtflair einzuhauchen.

Sie wollen wissen in welcher Stadt und Straße ich gerade sitze? - Kein Kommentar.

Samstag, 26. Februar 2011

Hilfe, holt mich hier raus!

Gibt es in Deutschland überhaupt Unterschichten oder wird uns dieser Begriff nur permanent in unsere Tablettendose gelegt, damit wir weiterhin schön unser Klassendenken pflegen? Ist es das Huhn oder das Ei, wo ist der Anfang?
Zugegeben, für diese Kolumne bedurfte es eines Anstoßes in Form eines Keulenschlages in den Nacken, um mir selbst einmal darüber Gedanken zu machen (Keule siehe unten). Die notwendige Größe der Keule, zeigte mir wie subtil und perfide diese Verdummungskampagne angelegt ist.
Lesen oder hören Sie meine Quelle und machen sich Ihre Gedanken, mehr kann und möchte ich gar nicht erreichen.
Überlegen Sie doch einmal, würden Sie wollen, dass 82,5 Millionen Menschen in Deutschland aktiv an der Demokratie mitarbeiten? Doch sicher nicht, oder?
Ich bin sicher, dass es in Deutschland eine kleine Gruppe von Menschen gibt, die jede zweite Nacht schweißgebadet aufwachen, weil sie Alpträume hatten, in denen genau das passiert. Alpträume über ein Land in dem niemand mehr die Bild- Zeitung liest, in dem es keine Gala oder Blitz-llu, 90% Wahlbeteiligung, keine Stammeskämpfe (Fussball) mehr gibt und Chancengleichheit für alle Kinder gewährleistet ist.
Diese vielleicht 5.000 Menschen sind aber so gut vernetzt, dass es bei den Alpträumen bleibt. Der Trick ist, die Balance zu finden zwischen Verblödung und Konsumfähigkeit der Menschen. Ich fürchte, in nicht wenigen Tresoren liegen Abschriften Orwells "1984" als Masterplanstragegiepapier.
Durch Vernetzung können alle wesentlichen Dinge das Lebens beeinflusst werden, Presse, Fernsehen, Schule und Ausbildung, Arbeit.
Das Zauberwort heißt "Angst". Wer Angst hat, macht sich keine Gedanken um seine Mitmenschen. Wer Angst um seinen Status und seine Vorteile hat, ist ein idealer Systemroboter. Wer Angst hat, kann mit Feindbildern beliebig manipuliert werden, mal sind es Ausländer, mal Terroristen, mal Gewerkschaften. Es ist leicht, ein statistisches Ereignis zum Dauerzustand "Bericht zu erstatten".
Wer jeden Tag mitgeteilt bekommt, dass ein Mensch in der U-Bahn verprügelt wurde, hat Angst U-Bahn zu fahren. Was ist hier das Ei, was ist das Huhn? Das Huhn ist die Gesellschaft, die es frustrierten Jugendlichen erst möglich macht, aus der anonymen Masse heraus Aggression auszuüben. Das Ei, also die Aggression muss nicht verkündet werden, sondern der Missstand in der Gesellschaft.
Die andere Methode ist es, große Teile des Lande einer Paralysebestrahlung auszusetzen. Wir nennen diese Strahlung "Fernsehen".
Wer sich jeden Tag über Seifenopern mit sinnentleerten Geschichten und ebensolchen Schauspielern oder über die neueste Beleidigung eines Dieter B. an verhaltensgestörte Jugendliche unterhalten kann, will nichts mehr von der wirklichen Welt wissen.
Ich wünsche Ihnen heute Abend viel Spass beim Fernsehen, ich freu mich schon auf das große Finale im "Hausfrauen-Boxen ohne Mundschutz und Handschuhe" auf RTL. Super, da fließt endlich wieder einmal das Blut in Strömen.

Quelle: "Die verblödete Republik" von Thomas Wieczorek
Achtung: bei Amazon nur anschauen und dann in einer Oldesloer Buchhandlung bestellen und kaufen!

Samstag, 19. Februar 2011

Zeitung ohne Leser?

Ich lese gerne Zeitungen und Nachrichten.
Mit zunehmendem Alter möchte ich auch zunehmend mehr über die Welt wissen, auf den wir die Ehre haben zu leben.
Eine Seite bzw. Rubrik gefällt mir besonders, der „Blick in die Welt“. Warum? Ganz einfach, auf dieser Seite werden fast nur angenehme Dinge berichtet, nie werden dort Tote oder vermisste Menschen vermeldet. Dieser „Blick in die Welt“ soll uns sicherlich wieder den Glauben an die Menschheit zurückgeben, der uns ja auf den vielen Seiten davor genommen wurde. Fast jede Rubrik meldet Tote, Verletzte oder Bedrohte.
Muss das so sein? Sind wir wirklich nur am Negativem interessiert? Kaufen wir nicht nach Informations-, sondern nach Blut- und Tränengehalt?
Ich habe versucht, ein Bündel Neuigkeiten für Sie zusammen zu stellen, das geeignet ist Sie positiv zu stimmen:

Tunis:
Aufgrund der weltweiten Berichterstattung mussten mehrere Ghetto-Resorts schließen, da die Touristen ausblieben
Stuttgart:
Verwaltungsbehörden nehmen aufgrund von Bürgerprotesten Entscheidungen zurück
Berlin:
Alkoholmissbrauch in der Gruppe der 15-25 jährigen ist nach dem europaweiten Verbot jeglicher Werbung für alkoholischer Getränke auf fast 0 gesunken
Bad Oldesloe:
Der altStadt e.V. meldet das sich alleine im letzten Quartal 30 neue Vereinsmitglieder gefunden haben, die ab jetzt aktiv Feste in und für Oldesloe planen und organisieren wollen.

Brauchen Sie jeden Tag das Wissen, dass es anderen schlechter geht?
Wäre es komplett absurd, sich in der Frühstückspause über gute Neuigkeiten zu unterhalten?

Ich glaube, dass die Dinge die auf uns einwirken, uns im Wesen und Gemüt beeinflussen und uns ein Leben lang beeinflussen. Negative Dinge wirken negativ, positive Dinge wirken positiv.

Montag, 20. Dezember 2010

Frauen sind anders - Teil 9 : Direkte Kommunikation

Männer bevorzugen direkte Sprache und deutliche Formulierungen. Frauen wissen das leider nicht immer und begehen daher den Fehler mit uns wie mit ihresgleichen zu reden. Im besten Fall verstehen wir einfach nicht, was frau uns sagen will. Leider ist es aber nicht selten so, dass uns eine zu subtile Ansprache zu Antworten oder Reaktionen verleitet, die uns dann noch jahrelang das Beziehungsklima verderben.
Dabei ist es gar nicht so schwierig, mit uns umzugehen, hier einige Beispiele für bessere, weil direkte und deutliche Ansprache.


Frau sagt:
Ich glaube in der Küche steht noch der Müll, bitte kümmere Du dich doch darum, Schatz.

Mann versteht:
OK, solange mir der Müll nicht den Blick auf den Fernseher verbaut, brauche ich nichts zu tun.

Frau sagt besser:
Du, Müll raus bringen, sofort !


Frau sagt:
Du Schatz, wir gehen gar nicht mehr so oft auf Partys.

Mann versteht:
OK, sie will öfter mit ihren neuen Klamotten und Schuhe vor ihren Freundinnen angeben, das interessiert mich nicht.

Frau sagt besser:
Du Schatz, Fred und Gaby haben jetzt 2 junge Au Pair Mädchen aus Paris und geben Samstag eine Party.


Frau sagt:
Bitte sage mir ehrlich, ob ich in dem neuen Kleid nicht doch ein wenig dick aussehe.

Mann denkt und sagt:
ALARM!!! Wenn ich jetzt etwas falsches sage bin ich tot. „Schatz Du siehst toll aus, so wie Du bist“

Frau sagt besser:
Nichts, und fragt lieber ihre Freundinnen. Diese werden sie zwar auch nach Strich und Faden anlügen, geben ihr aber ein gutes Gefühl.



Üben Sie doch gleich einmal das Gelernte, und laden Sie Ihren Freund oder Ehemann zu einem Schneespaziergang ein. Mein Vorschlag für eine zielführende Ansprache: „Hallo, warm anziehen, raus in den Schnee, danach Sportschau“

Samstag, 30. Oktober 2010

Quatschen in der Sauna

Wie so oft, ist auch diese Kolumne aus der Not heraus entstanden.

Mich hat also etwas aufgeregt und ich habe es nicht geschafft, den entstehenden Überdruck an Ort und Stelle abzubauen.

Seit ich diese Kolumne schreibe, muss ich das ja auch nicht mehr immer sofort regeln. Die Selbstreinigung in Schriftform ist zudem viel ungefährlicher für mich, sie hat mir sicher schon die eine oder andere Nahtoderfahrung erspart.

Die Überschrift hat es schon hinreichend erklärt, was dieses Mal meinen Kamm zum Schwellen gebracht hat: Leute, die in der Saunakabine reden.

Jeder Depp weiß, das es nicht sinnvoll ist, während der Belastungsphase eines Saunabades zu reden. Jede zusätzliche körperliche oder auch geistige Anstrengung ist kontraproduktiv für die Wirkung.

Nun gibt es aber Menschen, die glauben, dass ihnen der Unterkiefer abfault, wenn dieser nicht permanent in Bewegung bleibt. Diese männlichen oder weiblichen Waschweiber tröten also immer und überall ins Horn und stören die Mitschwitzer durch die Übertragung von größtenteils sinnlosen Information.

Das sie sich selber um einen großen Teil der positiven Wirkung des Saunabadens bringen, ist mir ja Recht, dies verbuche ich auf meinem Genugtuungskonto. Aber ich lasse mich leider sehr von dem Gerede ablenken, so das mir selbst die Wirkung genommen wird.


Hier nun einige nicht ausgesprochenen Sätze für alle, die mich bereits zugequatscht haben, oder es in Zukunft beabsichtigen:

- Ihre Lebensgeschichte interessiert sicher alle hier in der Sauna,

aber ich möchte lieber auf das Buch oder den Film warten.

- Bitte sprechen Sie lauter, ich verstehe nur jedes zweite Wort.

- Stört es Sie wenn ich furze?

- Damit Sie sich nicht wundern, ich habe gestern an einem Rekordversuch

im Knoblauchessen teilgenommen.

- Hallo Sie, darf ich auch eine Geschichte von meinen eitrigen Ekzemen beisteuern?

- Entschuldigung, hat jemand einen Vorschlag für die Position meines nächsten

Intimpiercings? Ich dachte an mindestens 50g

- Den nächsten der quatscht setze ich auf den Ofen

- Alle ´mal herhören: Schnauze halten!


Ich weiß wirklich nicht, ob ich mich jemals trauen werde einen diese Sätze auszusprechen oder können Sie mir sagen, wie ich an einem nackten Körper Gewaltbereitschaft ablesen kann?

Quatscher in Konzerten

Noch etwas das mich maßlos aufregt:

Vorn spielt eine Band und hinten wird die ganze Zeit gequatscht als ob den nächsten Tag der Mund abfault.

Nicht genug das es unhöflich gegenüber den Musikern ist, auch für diejenigen die der Musik folgen möchten, ist dies in der Regel schier unerträglich. Jedenfalls geht mir das so.

Sie werden die Situation kennen, nach einem langen und harten Arbeitstag möchten Sie dem häuslichen Einerlei entfliehen und sich ggf. unter Zuhilfenahme vom 2-3 Erfrischungsgetränken, dem Schaffen von hoch motivierten Musikern hingeben. Doch kaum erklingen die ersten Harmonien fühlen Sie sich in ein Affenhaus versetzt, um Sie herum werden jetzt in Pavianlautstärke die Gespräche fortgesetzt, als ob es nichts Wichtigeres gäbe als die heutigen Benzinpreise oder die neue Handtasche. Das sinnentleerte Gerede hört auch nicht auf, wenn das aktuelle Gesprächskapitel abgeschlossen ist, nein - es geht weiter und weiter.

Genau wie ich, haben diese Egomanen doch Eintritt gezahlt, und jetzt arbeiten sie durch dauerhaftes Brüllen an einer ausgewachsenen Stimmbandentzündungen.

Bitte helfen Sie mir, bin ich der Fremdkörper oder bin ich womöglich nicht tolerant genug? Für mich hört das Recht des Einzelnen schon auf wenn er mehr als Zwei andere in seiner Umgebung belästigt.

§1 der guten Umgangsformen ist: Jeder Mensch hat sich in Gesellschaft so zu verhalten das er niemand anderen ohne dessen ausdrücklichen Wunsch belästigt, gefährdet oder behindert.

Wer den Kitzel der Belästigung braucht kann gerne die Dienste von qualifizierten Fachkräften in Anspruch nehmen, die Angebote finden sich im Nachtprogramm der Billigfernsehkanäle oder in der Tagespresse, Rubik „weiblich gewerblich“

Ich brauche den Kitzel nicht, jedenfalls nicht beim Konzert.

Freitag, 22. Oktober 2010

Offener Brief an FERRERO

Sehr geehrtes Produktmanagement bei Ferrero, Abteilung Nutella.

Ich liebe Nutella, ein Produkt mit dem nicht erst meine Generation (Geb. 1964) aufgewachsen ist. Wir alle erlebten die fantastische Nuss Nugat Creme als zweite streichfähige Substanz in unserem Leben, gleich nach der Penatencreme. Nur das es dieses Mal nicht um unsere wunden Hinterteile ging, sondern um das Auslösen einer oralen Sucht, die ganzen Berufsständen das Überleben gesichert hat. Ich denke da primär an Ernährungswissenschaftler und Zahnärzte.

Die konkurrenzlos gute Rezeptur von Nutella hat es nie zugelassen, dass ein Wettbewerbsprodukt so nah an meine Geschmacksknospen kam wie eben Ihr Nutella.

Natürlich bin ich in den letzten 46 Jahren etwas erwachsener geworden und habe in meinem Berufsleben oft selbst das geheime Buch des Marketings benutzt, um meine Kunden in einen nie endenden Kaufrausch zu zwingen. Daher findet sich in unserem häuslichen Küchenschank auch nie ein Glas Nutella, denn ich kenne ja den Suchtfaktor dieses Produktes.

Bin ich allerdings in Hotels, greife ich gerne zu Nutella, denn dort helfen mir Gesellschaft, Zeitdruck und meine mentale Stärke die aufkeimenden Suchtsymptome sofort wieder zu unterdrücken.

Da ich aber nicht als Vorsitzender einer Großbank unterwegs bin, finde ich im Frühstücksraum in der Regel so genannte „Portionsverpackungen“ vor.

Viele Jahre lang waren diese aus Aluminium gefertigt und hatten 20g Inhalt, die Form war einfach und beinahe ideal um eine fast vollständige Entleerung, mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen zu ermöglichen.

Ich kann ja durchaus verstehen, das Sie die Füllmenge auf 15g reduzieren wollten und die Verpackung verbilligen, aber welcher Überdosis an bewusstseinsverändernden Substanzen haben wir die neue Schalenform in Form des Nutellaglases zu verdanken?

Hat Sie das Verbraucherpanel nicht zu 100% mit den Schalen beworfen und verflucht? Ich hätte es getan! Möglicherweise sind Sie ja aber auch von einem junior Produktmanager gegen Ihr besseres Wissen überstimmt worden, weil dieser zufällig der Sohn des Ferrero Vorstandes „Cremes und Kugeln“ war.

Sie wissen garantiert um die Mängel der neuen Verpackung, die wichtigsten sind die schlechte Handhabbarkeit und die Unmöglichkeit, diese vollständig zu entleeren. Die Form ist so stark zerklüftet, dass es auch mit geschickt ausgeführten chirurgischen Messerbewegungen nicht möglich ist, die Creme vollständig zu entnehmen.

Leider weiß ich auch nicht, wie Sie jetzt ohne Gesichtsverlust aus diesem Debakel entkommen können, ich jedenfalls bin menschlich schwer enttäuscht.


Mich hat die neue Portionsverpackung ohne Not in die Hände von Pflaumenmus und Erdbeermarmelade getrieben.

Kaufhaus- und Fahrstuhlmusik

Natürlich darf in unserer multimediaverseuchten Welt Musik an keinem Ort fehlen. In der Sauna, bei Zahnarzt oder beim Friseur, überall dudelt es aus den Lautsprechern. Beim Dentisten oder beim Friseur sehe ich es ja noch ein, schließlich muss dem Kunden die Angst genommen werden. Die GEMA-befreite Musik im Kaufhaus oder im Fahrstuhl allerdings nimmt mir nicht die Angst sondert erzeugt Panikattacken und Darmverschlingungen.

Denn um möglichst billig davon zu kommen, werden oft extrem gruselige Kompilationen verwendet, die keine Abgabe an die GEMA erforderlich machen. Entsprechend mies ist daher auch die Musik. Die Produzenten dieser Musik leben am untersten Ende der Nahrungskette und müssen sich mit der Herstellung von Musik beschäftigen die in keiner Weise gewürdigt wird.

Auch hier gilt: Weniger ist Mehr.

Gefährliche Parasiten breiten sich aus

Diese Kolumne hilft Ihnen bei der Bewältigung der schier übermenschlichen Aufgabe, genannt „Leben“. Anders als sonst möchte ich Ihnen heute aus aktuellem Anlass eine dringende Warnung zukommen lassen. Im Kreis Stormarn breitet sich kaum bemerkt ein Parasit aus und hinterlässt Leid und Elend.

Ich selbst wurde vor wenigen Tagen Zeuge der schrecklichen Auswirkungen des Befalles mit dem Parasit. Auf einer Fahrradtour begegneten mir mit kurzem Abstand 2 junge Männer die trotz der Außentemperatur von über 30°C in Sportbekleidung zu Fuß unterwegs waren. Bei meiner Annäherung an die bedauernswerten Männer wurde mir klar dass was ich für Einkaufstüten hielt, in Wirklichkeit 2 große Hanteln (ca. 5kg) waren. Der eine lief sogar barfuß. Sie haben das Bild vor Augen? Junge Männer die in eng anliegender Sportbekleidung zu Fuß auf Rad- und Waldwegen marschieren und dabei wechselseitig eine schwere Handel anheben. Ich war geschockt, wollte aber die Opfer nicht selbst ansprechen, da ich nicht wusste, ob es sich um eine ansteckende Krankheit handelte oder nicht.

Kaum wieder in der Sicherheit meines Heimes überprüfte ich mich selbst im Spiegel und war erleichtert: kein enges Hemd, sondern ein betont weit fallendes T-Shirt, keine Handeln an den Händen und auch noch die festen Schuhe an den Füßen.

Schnell setzte ich mich an den Rechner und recherchierte nervös in den einschlägigen Foren (z.B. www.krankheiten-junger-maenner.de) Ich fand den die Symtome verursachenden Parasiten schnell, er heißt Muckilingus und führt zu einem Syndrom genannt Bodybuilditis.

Der Parasiten-Zyklus ist einfach wie perfide. Die Eier des Parasiten überleben am besten bei Temperaturen um die 8°C im Kleinkühlschränken mit sog. Energiedrinks (z.B. Red Bull) Die Eier werden von ihren Wirten beim Einräumen der Dosen an den oberen Dosenrändern abgestreift und verbleiben dort bis ein neuer Wirt die Dose öffnet und beim Genuss des Inhaltes die Parasiteneier aufnimmt. Die Eier platzen im Magen der Wirte auf und die schlüpfenden Muckilingen bohren sich durch die Magenwand in den Blutkreislauf des Wirtes. Im Körper bewegen sie sich zum Skrotum und senden von dort mittels Botenstoffen Signale in den Körper der Wirte, der diese zwingt an Seilen mit schweren Gewichten zu ziehen oder eben wie die beiden, die ich traf, mit Hanteln durch die Natur zu streifen. Da die Wirte zur Aufrechterhaltung ihrer Zwangshandlungen, die nach außen hin wie ein Training aussehen, viel Geld benötigen, verdingen sie sich nicht selten als Personal in Fitnessstudios. Hat der Parasit dies bemerkt, legt er selbst wieder Eier ab, nachdem er sich im Wirt zu den Tränendrüsen bewegt hat. Diese Eier werden mit der Tränenflüssigkeit ausgeschwemmt und vom Wirt über die augenwischenden Finger beim Einräumen von Energiedrinks in die Kühlschränke verbracht.


Gibt es Gegenmittel und Heilung?

Zur Zeit gibt es noch keine Impfung und auch keine Heilung.

Besonders anfällig sind jungen Männer, die entweder ohne feste Sexualpartnerin leben müssen oder deren Partnerin so attraktiv ist, dass diese für seine besten Freunde ins Beuteschema fällt, und er dadurch permanent damit rechnen muss, wegen einem Mehr an Sixpack oder Bizeps, verlassen zu werden.


Gehören Sie zu dieser Risikogruppe?

Lesen Sie meine Kolumne und halten sich fern von jeder Art Energiedrinks.

Samstag, 25. September 2010

Nach dem Tod wird manchmal alles schlimmer

Schwieriges Thema, auch überhaupt nicht lustig.

Stellen Sie sich bitte folgendes vor:

Da leben 2 Menschen seit 15 Jahren zusammen und teilen Freund und Leid miteinander. Eine Heirat kam für die Partner nie in Frage, beide hatten schon schlechte Erfahrung damit gemacht und wollten sich selbst und den anderen nicht durch einen Verwaltungsakt erpressen. Die beiden leben zurückgezogen und ohne viel Kontakt zu den jeweiligen Familien. Nun stirbt der Mann nach längerer Pflegezeit an einer Krankheit und die Frau möchte ihren Partner beerdigen und um ihn trauern.

Das geht aber nicht in Deutschland. Warum? Nun, die Frau ist ja keine „Angehörige“. Ein Totenschein wird ihr nicht ausgehändigt.

In dem mir bekannten Fall ging es noch viel schlimmer weiter, plötzlich kamen die lieben Verwandten des Mannes aus der Versenkung und reklamierten ihr Erbe, schließlich waren da doch vor 15 Jahren Wertgegenstände die es jetzt zu beerben galt. Wieder schlechte Karten für die Frau, wenn es kein Testament gibt, gibt es auch keinen Anspruch auf Hinterlassenschaften, schlimmer noch, die Frau muss sich gegenüber den Erbberechtigten über den Verbleib der Wertgegenstände rechtfertigen.

Ich finde es doppelt grausam das manchmal der Kampf nach dem Tode beginnt, schlimm genug ist dann der Würgegriff der Behörden, aber völlig abartig wird es wenn Menschen aus Habsucht und Mitnahmementalität komplett ihre Menschlichkeit verlieren.

Was können Sie tun, damit Ihnen so etwas nicht passiert?

Leben Sie normgerecht, erfüllen Sie alle Konventionen, denken Sie an später, machen Sie sich jeden Tag Sorgen um die Zukunft, schließen Sie Verträge, tragen Sie Ihr Geld zu Anwälten, hören Sie auf zu leben.... STOP - das kann doch nicht richtig sein, oder?

Ich wünsche Ihnen von ganzen Herzen, dass Sie nur liebe Menschen um sich haben, die es auch dann noch sind, wenn es darauf ankommt.

Wer in Schubladen denkt, hat sehr schnell Splitter im Finger

Sie ahnen was jetzt kommt. In meinen Kolumnen habe ich schon oft zu Ihrer Belustigung ganze Schubladentürme aufgebaut. Leider habe ich dabei einen ungesunden Sadismus entwickelt der dazu geführt hat das ich immer mehr in stark reduziert Blickwinkel verfalle. Dies mache ich um das mir viel zu kompliziert Leben in einfachen Strukturen zu zeichnen. Anders ausgedrückt, ich benutze nur die Volltonfarben in meinem Tuschkasten, schon ein Verdünnen mit Wasser kommt für mich nicht in Frage, ein Mischen von Farben ist tabu.

Aber genau das wollen Sie doch haben, oder? Sie sind es doch leid politisch korrekt, weich und rundgelutscht „zugelullert“ zu werden. Sie suchen das Extreme, das Abseitige, dem Schmutz. Ich sage doch nur das was Sie denken, aber sich nicht trauen auszusprechen.

Blöd ist es dann nur wenn Sie sich selbst in den Kolumne wieder finden. Nun, wenn das passiert haben Sie 3 Möglichkeiten: ignorieren, agieren oder eskalieren. Ignorieren ist langweilig. Agieren ist schon besser, schreiben Sie Ihren Frust auf kleine Zettel und verbrennen diese in einer kleinen Zeremonie (zum Beispiel auf einem Bein hüpfend mit dick Senf auf der Nasenspitze). Am besten fände ich eskalieren. Gründen Sie einen Verein, nehmen Sie Kampfsportunterricht, trainieren Sie für einen Marathon, schenken Sie Ihrer Frau Blumen, spielen Sie mit Ihren Kindern, gehen Sie in ein nicht subventioniertes Theater, kaufen Sie nichts im 1Euro Laden (auch keine WM-Fan Artikel!)

Ganz egal was, machen Sie etwas das länger wirkt als meine kleine Kolumne.

Ach ja:

So wie der Papagei Morgen auf die Zeitung von Heute kackt, kackt das Internet Morgen auf meine Kolumne.

Lesebrille auf der Nasenspitze

Sie kennen sicherlich auch Leute die fast den ganzen Tag lang eine Lesebrille weit vorne auf der Nasenspitze sitzen haben. Kennen Sie die Gründe? Ich bilde mir ein es zu wissen, das sind Sie ja auch von meinen Kolumnen so gewohnt.
Geldmangel ist es sicher nicht, alle diese Spezialbrillenträger hätten sicher kein Problem eine Gleitsichtbrille mit Fensterglas im oberen Bereich zu kaufen.
In Frage käme dann als nächstes eine mangelnde Bereitschaft seiner Umwelt, die Notwendigkeit einer Brille, zu offenbaren, also eine falsch verstandene Eitelkeit. Völlig grundlos, schauen Sie sich Dame Edna an, eine schöne Brille ist die Zierde eines jeden Gesichtes.
Nein, ich denke der wahre Grund ist das die Lesebrille in Absturzposition irgendwie intellektuell aussieht, und dem Gesicht somit einen positiven Anstrich verleiht.
Es gibt Orte an denen besonders viele Gesichter mit eben diesen „Schweinchen Schlau“ Brillen zu sehen sind. Lehrerkonferenzen, politische Sitzungen oder Liederabende sind einige davon.
Schauen Sie einmal selbst in den Spiegel, sehen Sie ein schlaues Gesicht? Wenn nicht, versuchen Sie einmal eine Lesebrille, die Fachgeschäfte im Oldesloe freuen sich ganz sicher auf Ihren Besuch. Sollten Sie gar keinen Augenfehler haben, keine Sorge, Lesebrillen gibt es auch mit Fensterglas, ich selbst trage seit Jahren eine Brille mit Fensterglas, mit der ich 300% schlauer aussehe ;-)