Ich finde Doppelnamen schier unerträglich. Doppelnamen sind in meinen Augen ein perverser Kompromiss zwischen verliebter Aufgabe seiner Identität und selbstverliebtem Egoismus.
Wer seinen Familiennamen in einer Ehe (oder geht das auch ohne den Verwaltungsakt?) aufgibt, ist entweder komplett verliebt, gleichgültig oder froh den Namen los zu werden. Da gibt es ja durchaus Namen die verboten gehören, durch eine Ehe können sich diese dann geschickt aus dem Telefonbuch löschen lassen. Wenn hingegen beide ihren Namen behalten wollen liegt gestörte Flexibilität, eine mangelnde Streitkultur oder auch eine gesunde Gleichgültigkeit vor.
Kommt es allerdings zu Doppelnamen, ich denke ausschließlich beim weiblichen Teil der Ehe, scheint mir oft der Griff zum Branchentelefonbuch, Rubrik „psychologische Beratungsstellen“, angezeigt zu sein. Der nicht selten überlange Eintrag im Personalausweis, könnte auch durch „weil ich nicht in der Lage war mich auf etwas Vernünftiges zu einigen, muss ich jetzt mit diesem Makel leben“ ersetzt werden.
Richtig bösartig fühle ich bei dem Gedanken, dass einige von diesen Doppelnamen bewusst gewählt wurden um auch die Umwelt mitleiden zu lassen.
Mit Emanzipation kann das doch nichts zu tun haben, es wäre doch viel emanzipierter den Namen zu behalten, was soll das „ich bin noch die/der Gleiche, aber jetzt gibt es einen Mann/eine Frau der/die irgendwie zu mir gehört“? Hat das was mit geplanten Kindern zu tun, die dann irgendwann vielleicht angeschafft werden? (Bitte erst mit 40, aber das ist eine andere Kolumne)
Kinder sprechen ihre Eltern doch sowieso mit Papa/Mama an, maximal werden Kinder gezwungen Holger und Irene zu sagen, diese Kinder können dann zwar Ihren Namen tanzen, überleben aber keine 20min in der U-Bahn. Welche Kinder sprechen ihre Eltern mit den Nachnahmen an, oder werden in der Schule verprügelt, weil die Eltern verschiedene Namen haben? Ich dachte Heute wird verprügelt wer die falsche Hose anhat oder wessen Kappe auf der falschen Kopfseite sitzt.
Also wenn Sie vor der Herausforderung stehen, die Namen für den nächsten Lebensabschnitt zu wählen, denken Sie nicht nur an sich, sondern auch an Ihre Umwelt. Achtung, die Umwelt beginnt schon bei Ihren eigenen Kindern.
„Meine Mutter heißt Irene Haken-Schniepel, aber dafür kann ich nichts, bitte nicht hauen“

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